Ich wollte euch nur noch einmal auf diesem Wege einen schönen Tag gegen Homophobie wünschen! Da dieser Tag ausgewählt wurde, als die Weltgesundheitsorganisation beschloss, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel herauszunehmen, finde ich durchaus, dass heute ein Tag zum Feiern und zum Aktiv-sein ist. Vor noch 13 Jahren wurde Homosexualität noch als Krankheit gehandhabt, was für viele von uns wahrscheinlich unvorstellbar ist! Umso schöner ist es zu sehen, wie die LGBT-Bewegung (LGBT=Lesbian, Gay, Bi and Transgender) nach und nach wächst, mit gehobenem Kopf und geradem Blick immer aktiver wird und wie nun auch heterosexuelle Menschen immer häufiger Teil dieser Bewegung werden.
Unvollstellbar ist immer noch, dass Menschen aufgrund dessen, was sie lieben und bevorzugen, verletzt oder ermordet werden. So wie es vor kurzem erst in Moskau der Fall war, als ein Mann, nachdem er bei einem Gespräch anmerkte, er sei schwul, schwer misshandelt und umgebracht wurde. (Quelle) So etwas ist tragisch und löst in mir persönlich nur Wut und Trauer aus. Wie kann es möglich sein, dass im Jahre 2013 noch Menschen das Konzept der Heteronormativität so verinnerlicht haben, dass sie sogar dazu bereit sind anderen das Leben zu nehmen?
Als noch unverständlicher empfinde ich aber, wie die internationale Reaktion auf Menschen ist, die solche Meinung vertreten und verbreiten. Sei es vom Vatikan bis nach Moskau, diese Menschen halten immer noch so viel Macht inne, dass es beim Hinsehen schmerzt, obwohl sie anderen ihre Menschenrechte aberkennen. Vor nicht allzulanger Zeit, kam Beispielsweise der Werte Herr Putin, im Rahmen des diesjährigen niderländisch-russischen Freundschaftsjahres, nach Amsterdam zu Besuch. Für ihn wurden ganztägig diverse Straßen gesperrt, die ganze Stadt noch einmal gesäubert und Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Nun ist Amsterdam aber alles andere als eine zu homophoben Tendenzen neigende Stadt, sodass aufgrung absehbarer Reaktionen sogar Demonstrationsverbote an bestimmten Orten ausgesprochen wurden (was nebenbei wirklich äußerst komisch sein musste für viele Amsterdamer, da es hier so gut wie keine Demonstrationkultur gibt und meist maximal 500 Menschen zusammenkommen). Unglaublich was für Furore gemacht wurden, um einen der -in dieser Hinsicht- konservativsten Männer, in eins der -in dieser Hinsicht- liberalsten Länder Europas zu verfrachten.
Vor Ort war natürlich auch eure persönliche Carla Columna und fleißig alles für euch festgehalten! Den lieben Herrn Putin habe ich zum Glück nicht gesehen, da ich damit beschäftigt war, mit allen zusammen laustark zu demonstrieren und dabei auch ordentlich zu feiern! Denn direkt gegenüber des Schifffahrtsmuseums (dort, wo der Ehrengast untergebracht war) fand eine der größten Demonstrationen der letzten Jahre Amsterdamgeschichte statt! "Poetin go Home(o)!", hieß es dann im Englisch-Niederländisch Mix, und hörbar waren wir ganz sicher!
Hier mal ein paar Schnappschüsse meinerseits
Hier mal ein paar Schnappschüsse meinerseits
Natürlich soll dieser Beitrag kein Russland-bashing werden und homophob ist leider nicht nur Herr Putin. Ich teile lediglich meine letzten Erlebnisse zu diesem Thema mit und hoffe, ihr versteht das nicht falsch. Hass gegen Menschen mit "anderer" sexueller Orientierung ist überall zu finden! Bei sich selbst, bei der Familie, beim Lehrer, bei der Fußballtrainerin, dem Bischof, dem Imam,der Postbotin und dem Kassierer. Auch in Mitteleuropa ;) Wichtig ist nur, dagegen aktiv zu werden und sich darüber bewusst zu werden!
In diesem Sinne möchte möchte ich noch auf eine Initiative des Europarates aufmerksam machen: The No Hate Speech Movement. Eine Online-Kampagne, die sich gegen Hassreden im Internet einsetzt und zum Tag gegen Homophobie ihre erste große Online Kampagne durchführt. Hinsichtlich der jüngsten Medienentwicklungen auch eine der wichtigsten Kampagnen des Europarates, meiner Meinung nach. Beim Klicken gelangt ihr zur wunderschönen Kampagnenwebsite.






